Programm Block 1: Lesekultur

Donnerstag, 08.11.

„Social reading“ oder: Neue Ökologien des Lesens.

Eine medientheoretische Perspektivierung.

Mit den neuen Formen des „social reading“ scheint ein Zuwachs an individueller Handlungsmacht und demokratisierenden Teilhabeprozessen verbunden. Dem Autonomiegewinn korrespondiert allerdings eine zunehmende (Selbst-)Kontrolle, im Rahmen derer eine durch (freiwillige) Lesearbeit geformte und auf Leistungsmaximierung ausgerichtete (Lese-)Subjektivität hervorgebracht wird. Die häufig in Aussicht gestellte Gemeinschaft ist dabei weder Eigenschaft eines vorgängigen Kollektivs, Ergebnis intentionalen und koordinierten Handelns, sondern als emergenter Effekt des medialen Lesekollektivs zu begreifen. Im Vortrag sollen diejenigen Praktiken analysiert werden, die diese neuen Leseökologien im Sinne verschiedener materieller, affektiver, sensueller Arrangements ermöglichen wie auch bedingen.

Philipp Bühler

Prof. Dr. Beate Ochsner

Universität Konstanz

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